Bürgergeld: Anspruch auf 50 Euro zusätzlich durch Mietnebenleistungen
28. August 2025
Rechtliche Ausgangslage verständlich erklärt
Mit der Einführung des Bürgergelds wurden die Kosten der Unterkunft und Heizung unter neuen Gesichtspunkten geregelt. Neben Kaltmiete und Nebenkosten sind nun auch ausdrücklich vertraglich festgelegte Sonderkosten – beispielsweise für einen Stellplatz oder eine Garage – anerkannte Bestandteile der Unterkunftskosten. Das Jobcenter übernimmt solche Positionen, sobald sie einzeln im Mietvertrag aufgeführt sind.
Typischer Fehler – Kostenposition übersehen
Viele Leistungsempfänger:innen und sogar Jobcenter berücksichtigen Posten wie Garage oder Stellplatz nicht automatisch. Ein aktueller Fall belegt: Nach Widerspruch übernahm das Jobcenter zusätzlich 50 Euro für eine Garage, weil diese Position vertraglich festgeschrieben war. Dieser Fehler zeigt, dass die genaue Prüfung des Mietvertrags entscheidend ist.
Worauf sollten Betroffene achten?
- Mietvertrag sorgfältig prüfen
- Sind Garage oder Stellplätze separat aufgelistet?
- Gibt es zusätzliche Nebenkostenpositionen wie Einbauküche, Gemeinschaftsräume etc.?
- Abgrenzung beachten
- Nur vertraglich festgelegte Nebenkosten werden als KdU anerkannt. Stromkosten sind im Regelbedarf enthalten und werden nicht zusätzlich übernommen.
- Rechtzeitig handeln
- Häufiger Fehler: Unwissenheit über vertragliche Kostenteilung führt zu falschen Bescheiden. Frühzeitiger Widerspruch kann hier helfen.
Risiken & Missverständnisse
- Fehlinterpretation des Mietvertrags: Wenn Nebenkosten unscharf formuliert oder pauschal sind, erkennt das Jobcenter sie möglicherweise nicht an.
- Versteckte Kosten: Gemeinschaftsflächen, Garagen- oder Stellplatzpauschalen gehen oft unter.
- Karenzzeit & Angemessenheit: Innerhalb des ersten Jahres werden alle tatsächlichen Kosten übernommen; danach muss allerdings die Wohnung weiterhin “angemessen” sein.
Handlungsempfehlungen
- Mietvertrag genau analysieren, idealerweise mit Unterstützung durch eine Anwältin oder Mieterberatung.
- Bescheid gründlich kontrollieren – erkennen Sie Zeilen mit Nebenkosten oder Sonderpositionen?
- Gegenbescheid & Widerspruch einlegen, sobald vertraglich geregelte Kosten fehlen. Auch wenn es nur um 50 Euro Monatsmehrbetrag geht – rechtlich steht Ihnen Anspruch zu.
- Unterlagen beifügen: Mietvertrag, Abrechnungen, ggf. Schreiben vom Vermieter.
Durch eine gezielte Prüfung des Mietvertrags können Bürgergeld-Empfänger:innen bis zu 50 Euro monatlich zusätzlich erhalten – ein signifikanter Betragszuwachs. Häufig erkennt das Jobcenter solche Ansprüche nicht automatisch an, was zu falschen Bescheiden führt. Als spezialisierte Kanzlei für Sozial- und Verwaltungsrecht unterstützen wir Sie dabei:
- Prüfung Ihres Mietvertrags und Bescheids
- Formulierung rechtssicherer Widersprüche
- Durchsetzung Ihrer berechtigten Ansprüche
Nehmen Sie jetzt Kontakt auf – sichern Sie sich Ihr Recht auf volle Kostenübernahme und lassen Sie sich kompetent beraten. Hier geht es zum Bescheid-Check.